Nachdem am vergangenen Wochenende der gesamte Putz im inneren des Hauses in einen Container befördert und anschliessend abtransportiert werden konnte war es an der Zeit das Haus mal wieder komplett zu begutachten. Leichter gesagt als getan wenn sich das Haus inmitten eines kleinen Urwaldes aus Disteln & Co. befindet. Also war der Arbeitsauftrag für das vergangene Wochenende schnell Formuliert “Der Urwald muss weg”.

So ging es am Samstag morgen, bewaffnet mit einer grossen Motorsense, nach Gensingen um das Thema anzugehen. Das Gestrüpp, welches teilweise so hoch war wie ich lang, versuchte sich vergeblich zu wehren. Schon krass was hier alles so gewachsen ist in den letzten zwei Jahren, teilweise sind die “Stämme” richtig Dick doch die mit einem Messer ausgestattete Sense verrichtet Ihre Arbeit perfekt und lässt dem Urwald keine Chance.

Nach gut 4 Stunden Sensen, Fluchen und Schwitzen war es dann so weit – das Grundstück war “gerodet” und erstrahlte wieder in seiner vollen Pracht. Die Abfälle befinden sich schon auf einem Haufen und können im nächsten Schritt dann entfernt werden.

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Als nächstes steht nun die Kontrolle der Entwässerung (ich habe das Gefühl dass hier bei der Isolierung des Kellers unsauber gearbeitet wurde) sowie die neue Verputzung des Hauses an. Es gibt also weiterhin viel zu tun …

So, oder so ähnlich, muss die Entscheidung gewesen sein als irgend jemand, irgendwo in Deutschland entschied, dass es an der Zeit ist, Menschen die nicht in der Lage sind eine Dienstleistung Mangelfrei abzuliefern diese einfach mit einer Dienstleistung an den Markt zu bringen die darin besteht, diese Mängel zu beheben.

Sprich – bin ich vorher noch als Unternehmer, beispielsweise am Bau, unterwegs und produziere hier gerne mal, sagen wir einfach nicht ganz so mangelfreie Objekte, dann höre ich doch einfach damit auf und gehe in die Bausanierung.

Ein solcher Schritt ist nicht denkbar?
Das dachte ich auch …

Worauf ich mich hier beziehe? Vielleicht auf gar nichts – ich lasse es einfach mal so ohne Bezug zu irgend etwas im Raum stehen – die betroffenen Personen wissen schon worum es geht …

Ich hab übrigens gerade ein neues Lieblingslied – kürzlich entdeckt bei YouTube:

Seit dem letzten Blogeintrag vom 30. Mai hat sich, wenn auch nicht nur im positiven Sinn, einiges getan. Fangen wir mal mit den positiven Dingen – dem Fortschritt der Mängelbehebung – an.

Am vergangenen Wochenende war es so weit – der Container war bestellt und wurde ans Haus geliefert. Julias Bruder Marc und Ihr Vater erklärten sich bereit uns dabei zu helfen die letzten Riefen der Euromac2 Schalungselemente vom restlichen Putz zu befreien und den Putz anschliessend in den Container zu befördern. Am Haus angekommen machten sich bei mir ersten Zweifel breit – ob dieser kleine Container wirklich reichen sollte um den gesamten Putz zu entfernen?

Aufgrund des Kellers und des Obergeschosses war die Arbeit mit einer Schubkarre nicht zu bewältigen also mussten Tüten oder Eimer her. Gut nur, dass wir schon beim Abschlagen im November den Putz in den grossen Tüten von IKEA verstaut hatten. Diese waren bei den Arbeiten quasi Gold wert – unglaublich wie viel diese Tüten aushalten. Anfangs noch Randvoll trugen wir die Tüten in den Container. Das alles schien kein Ende zu nehmen doch das war glücklicherweise nur ein Trugschluss und das Haus wurde leerer und leerer. Nach gut 7 Stunden Arbeit waren wir dann durch, der ganze Putz aus dem Haus raus und ab in den Container – super es hat alles gepasst. An dieser Stelle nochmal tausend Dank an Julia, Marc und Rolf – ich glaube ohne euch wäre ich nach den ersten 2 Säcken schon wieder gefahren :)

Somit kann es nun demnächst mit dem neuen Putz losgehen – es geht also, wenn auch langsam, voran.

Kein Licht ohne Schatten … aber daran gewöhnt man sich ja auch langsam.
Am morgen des 3. Juni wachte ich auf und sah nach dem Blick auf mein Mobiltelefon diverse (Anzahl > 10) unbeantwortete Anrufe einer mir unbekannten Rufnummer.  Die Anrufe kamen zwischen 22 und 1 Uhr in der Nacht – nun gut, also muss es wohl dringend sein – ich rufe mal zurück. Auf der Gegenseite nur ein Anrufbeantworter mit einer Standardnachricht – sprich keine Ahnung wer da dran ist. Kurz danach dann ein Anruf dieser Rufnummer, ich gehe ran – der Gesprächspartner ist mir wohl bekannt. So habe ich jene Person am Telefon welche der Grund für meine Probleme ist – der damalige Geschäftsführer der Euro-Massivbausatz GmbH oder auch der isotherm-Massivbau GmbH gibt sich die Ehre und teilt mir mit, dass er mir auf den Anrufbeantworter gesprochen habe. Kurz danach ruft er dann nochmal an um mir mitzuteilen dass er mich fertig machen würde.

Da ich über das Wochenende unterwegs war konnte ich die Nachricht erst am Montag darauf abhören – es war nicht nur eine Nachricht sondern gleich 3. Die Inhalte dieser Nachrichten waren inhaltlich ungefähr gleich – was hätte man auch anderes erwarten sollen. So hieß es z.B.:

Ich stehe eines Tages hinter Dir, glaub es

oder auch

Nur nochmal zur verdeutlichung mein Freund, krieg ich Dich zu fassen ich schlage Dich tot

oder

Ich finde Dich, glaub es. Du hast verloren das sage ich Dir

Auch einige Mails trudelten in meinem Postfach ein, über den Inhalt braucht man wohl nicht weiter zu sprechen, den kann sich jeder selbst ausmalen.

Kurz überlege ich zur Polizei zu gehen und den Anrufer erneut anzuzeigen, realisiere jedoch schnell das dieser Schritt eh nichts bringt da diese hier nichts unternehmen würde. Also entschliesse ich mich die Anrufe und die Mails zu ignorieren, sichere jedoch alle Daten damit, für den Fall dass doch etwas passiert, wenigstens genügend Beweismaterial vorhanden ist.

Sachen gibts …

Auch wenn man nun lange nichts gelesen hat war es nicht ganz so ruhig wie es scheinte …

Die Mängelbehebung am Haus schreite voran, die letzten Arbeiten an der Isolierung des Kellers werden diese Woche erledigt, anschliessend stehen die Verputzer Gewehr bei Fuss um den Innen- und Aussenputz zu erneuern.

Im Haus selbst sieht es nach wie vor aus wie auf einem Schlachtfeld, der Innenputz liegt nach wie vor herum, wird aber wohl in den nächsten Wochen endlich entsorgt werden.

Ist der Albtraum bald abgeschlossen?
Die Hoffnung bleibt …

Einer der Fehler, welche bei meinem Hausbau gemacht wurden, liegt im Bereich des Putzes. Sowohl der Innen- als auch der Aussenputz hält nicht auf den Wänden und lässt sich mit relativ geringem Aufwand wieder entfernen:

Alle Wände, bei welchen es hier zur Problemen kommt, wurden mit Euromac2 Schalungselemten (Styropor Schalungssteine) erstellt und anschliessend mit Beton verfüllt. Diese Wandelemente bestehen aus expandiertem Polystrol (EPS) und verfügen über konisch ausgeformte und vertikal verlaufende Nuten welche die Verbindung zwischen Wandelement und Putz herstellen sollen. So sieht die Oberfläche eines bei meinem Haus verwendeten Stein von oben aus:

Die Nuten in den Elementen sind, laut Aussage von Euromac2, ein wichtiges Detail beim Verputzen. Die Nuten werden beim Verputzen durch den Putz gefüllt. Durch die Schwalbenschanz-Form der selbigen wird der Putz nun in den Nuten und somit an der Wand gehalten (Wikipedia zum Thema “Schwalbenschwanzverbindung”). In meinem Fall liegt dummerweise der Bereich zwischen den einzelnen Nuten hohl, der Putz haftet nur in den selbigen und hat keinerlei Bindung auf dem Hauptteil der Wände – Problem 1 beim Putz meines Hauses wäre also identifiziert.

Im Fall meines Hauses wurde nun der Gipsputz im Inneren des Hauses direkt auf die EPS-Schalungselemente aufgebracht. Der Hersteller der Schalungselmente empfiehlt jedoch die Verwendung von Kalk-Zementputz. Auch wenn es mich nicht wirklich verwundert dass der Verputzer meines Bauträgers hier den falschen Putz verwendet haben soll so habe ich mich doch dazu entschieden Rücksprache mit einigen Putzherstellern zu halten um diesen Punkt zu verifizieren.

Bei diesen Nachfragen sind die folgenden Anforderungen für das Verputzen der Euromac2 Bauelemente herausgekommen, welche wohl auch für andere Styroporelemente gelten sollten:

Die grundsätzliche Aussage “Der Putzuntergrund sollte grundsätzlich trocken, sauber, staubfrei und tragfähig sein” klingt für mich durchaus logisch – doch beinhaltet diese bereits die erste Frage für mich:

Ist ein Styroporuntergrund ein tragfähiger Untergrund?
Wenn man sich das Ergebnis der Verputzung in meinem Haus anschaut kann man diese Frage wohl nicht ohne weiteres mit einem Ja beantworten. Offensichtlich herrschte aus diesem Grund Einigkeit bei allen Putzunternehmen und Putzherstellern mit welchen ich gesprochen habe in dieser Frage – so hörte ich überall die folgende Aussage:

EPS-Schalungssteine sollten mit einer Haftbrücke vorbehandelt werden. Nach einigem Hinterfragen wird die Aussage durch die folgende Detaillierung für mich verständlicher:

Schwach saugende und glatte Oberflächen sollten mit einer Haftbrücke, stark saugende Untergründe mit einer Grundierung (Aufbrenn­sperre) vorbehandelt werden.

Das nächste Problem liegt also offensichtlich darin, dass der Untergrund (in meinem Fall eben Euromac2 Bauelemente / expandiertes Polystrol / Styropor)  nur schwach saugend bis gar nicht saugend und gleichzeitig noch relativ glatt sind. Die “Schwalbenschwänze” in den Steinen bieten zwar durch Ihre Form einen gewissen halt, dennoch genügt dieser Halt bei einem einfachen Gipsputz wohl nicht um diesen wirklich stabil auf der Wand zu halten.

Dieser Haftgrund wurde beim Verputzen meines Hauses leider eingespart:

Somit erklärt sich auch mir warum der Innenputz im Haus teilweise als Quadratmetergrosse Stücke von der Wand fallen, wenn man diesen “ein klein wenig dazu auffordert“. Ich möchte nicht wissen wie die Wände sich verhalten hätten, wenn man im Haus gewohnt hätte und die Wände den normalen Beanspruchungen hätten stand halten müssen …

Welche Haftbrücke hier nun zu verwenden ist hängt laut Aussage der Experten wohl davon ab, welcher Putz auf die Haftbrücke aufgebracht werden soll. So wurde hier zwischen organischen und mineralischen Haftbrücken unterschieden:

  • gipshaltiger Innenputz
    -> mineralische Haftbrücke
  • Kalk- / Kalkzementputzen
    -> organische Haftbrücke

Ist der Untergrund mit der Haftbrücke versehen kann der Putz “wie gewohnt” aufgebracht werden.  Sprich – das “normale” Verputzen mit Gewerbeunterlagen an wechselnden Materialien, Eckschienen etc …

Vielleicht hilft diese Aufstellung ja dem ein anderen Bauherren dabei ähnliche Fehler beim Verputzen seines Hauses zu vermeiden … dann hätte es wenigstens etwas gutes gehabt dass ich mich mit dem Thema so tief beschäftigen musste.

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